Papyrus
Papyrus wurde schon zweitausend Jahre vor Christus erfunden und gilt als Vorläufer unseres Papieres.
Aus den grünen Stängeln der Papyrusstauden wurden dünne Streifen geschnitten. Dies legte man parallel nebeneinander und darüber eine zweite Schicht im rechten Winkel zu der ersten. Mit einem Holzschlegel wurde das so begildete Blatt geklopft und anschließend gepresst. Der dabei zum Austritt kommende Pflanzensaft verband die Streifen beim Trocknen zu einem festen, aber elastischen Gefüge.
Durch Aneinanderkleben vieler Blätter entstand eine Rolle, die eine solche Stabilität hatte, dass sie nicht nur zum Schreiben und Malen benutzt werden konnte, sondern auch als Wickelmaterial für Mumien, Bekleidung und für den Bau von Booten.
Um die Geburt von Jesu wurde das Papyrus allmählich von einem neuen Schreib- und Malgrund, dem Pergament abgelöst. Heute findet das Papyrus hauptsächlich in der Kunst seine Anwendung. Er entwickelt sich derzeit wieder zu einem beliebten Malgrund.
Die Papyrusstauden werden heutzutage nur noch in wenigen Plantagen in Ägypten angebaut und die Herstellung erfolgt noch genau so, wie vor vielen tausend Jahren im antiken Ägypten.
Die Zuckerbestandteile werden durch 2-3 wöchiges Einweichen entfernt. Anschließend werden die Blätter eine Woche lang gepresst und getrocknet, bevor mit der Weiterverarbeitung begonnen werden kann. Moderner Papyrus besitzt die selben Eigenschaften wie der traditionelle Papyrus der alten Ägypter. Er hat bei sorgfältiger Pflege eine lange Lebensdauer. Man kann ihn auch aufgerollt lagern.
Papyrus eignet sich für die verschiedensten Mal- und Drucktechniken. Durch individuelle Maserungen ist jedes Blatt ein Einzelstück.




