Leinöl
Herkunft / Zusammensetzung
Leinöl wird aus dem Samen der Flachspflanze gewonnen, ist ein sehr fettes Öl und besteht größtenteils aus Glyceriden hochungesättigter Fettsäuren.
Eigenschaften
Leinöl bildet die Grundlage für viele Öllacke und Holzschutzfarben. Die Leinölsäuren - Linolsäuren - sind für das Festwerden des Öls verantwortlich. Leinöl bindet ab, indem es Sauerstoffatome aus der Luft aufnimmt. Die Trocknungszeiten können sehr lang sein, d.h. mehrere Tage bis Wochen. Das Abbinden kann durch Zugabe von Sikkativen und/oder Pigmenten beschleunigt werden. Für das bernsteinfarbene Nachdunkeln der behandelten Oberflächen ist das gebildete Linoxyn verantwortlich. Zäh oder klumpig gewordenes Leinöl kann allerdings durch Zugabe von Lösungsmitteln nicht mehr flüssig gemacht werden, da der Abbindeprozess nicht umkehrbar ist.
Anwendung
Kalt gepresstes Leinöl von heller Farbe findet sowohl als Speiseöl, als auch in Kunst und Restauration zum Anrühren von Ölfarben Verwendung. Heiß gepresstes Leinöl wird als Farbengrundlage, zur Herstellung von Voranstrichen und zum Imprägnieren von Holz verwendet. Um das Eindringverhalten zu verbessern, empfiehlt es sich, das Leinöl mit Balsamterpentin zu verdünnen, oder vor dem Auftrag im Wasserbad zu erhitzen. Das Leinöl eignet sich vor allem im Innenbereich zur Behandlung von Möbeln und Holzteilen, mit welchen ein erhöhter Körperkontakt besteht, wie Kindermöbel, Spielzeug oder Saunabereich. Einen ausreichenden Ölauftrag erkennt man an der Bildung öliger Flecke. Bei Möbeln etc. sollte der Leinölanstrich nach 5-10 Minuten wieder abgewischt werden, damit nur das ins Holz eingedrungene Leinöl verbleibt. Mehrmals auftragen, dazwischen jeweils einen Tag abbinden lassen. Es bildet sich sonst oberflächlich ein fettiger Film. Im Freien sind wiederholte Anstriche erforderlich, um eine gewisse Wetterfestigkeit zu erreichen. Der Auftrag sollte mit Pinsel oder Lappen quer zur Faser und die anschließende Politur längs zur Faser erfolgen.
Zusatzinformationen
Beim Ölen sehr dünner Werkstücke besteht die Gefahr, dass sie sich beim Trocknen verziehen.
Leinöl feuert Holz gut an, macht es also dunkler.
Getränkte Lappen niemals zusammengeknüllt liegen lassen, die Oxidationswärme kann zur Selbstentzündung führen!
Reines Leinöl in Lebensmittelqualität ist ein gut verträgliches Öl, aufgrund seines hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren.




